Tara (Frankreich)
Tara (Frankreich)
l
Das Polar-Forschungsschiff «Tara» befand sich am 5. September 2007 gut 800 Kilometer nördlich des sibirischen Ortes Tiksi. Die Besatzung des Schiffes wollte etwa zwei Jahre im Eis ausharren und sich knapp 2000 Kilometer durch den Arktischen Ozean treiben lassen. Im Sommer 2008 hatte die «Tara» zwischen Spitzbergen und Grönland wieder offenes Gewässer erreicht. Mit Hilfe der mobilen Forschungsstation haben die Experten u.a. Auswirkungen des Klimawandels auf das Packeis, die dort lebenden Menschen und Tiere beobachten.
Die Expedition nutzte dieselbe Technik, mit der bereits 1893 Fridtjof Nansen versucht hatte, den Nordpol zu erreichen. Das 36 Meter lange und zehn Meter breite Segelboot hat einen runden Rumpf, der beim Einfrieren im Eis nach oben gedrückt wird und auf dem Eis aufsitzt. Der Weg bis zum Ausgangspunkt der Expedition wurde von einem Eisbrecher gebahnt.
l
l
Die Expeditionsmitglieder hatten die Auswirkungen des Klimawandels untersuchen. Dazu gehörten meteorologische Beobachtungen bis in zwei Kilometer Höhe mit Helium gefüllten Sonden, eine Bestimmung der Strahlungsbilanz, Messungen von Wassergehalt, Dichte und Dicke der Schneeschicht, sowie der Dicke der Eisschollen. Untersuchung der Wasserschichten auf Temperatur und Salzgehalt mit an Kabeln befestigten Sonden bis in 4000 Meter Tiefe gehörten ebenso zu den Aufgaben. Das Meerwasser ist auf seinen Gehalt an dem Sauerstoff-Isotop untersucht worden, um den Anteil an Süßwasser vom Festland zu bestimmen. Mit dem Jod-Isotop konnte zurückverfolgt werden, ob Rückstände aus den Wiederaufarbeitungsanlagen in La Hague und Sellafield bis in die Arktis geraten sind.
l
l
Die Luft ist speziell auf ihren Gehalt an Ozon, Quecksilber und Bromoxid untersucht worden. Hintergrund dieser Messungen war das Phänomen, dass im Frühjahr Quecksilber und Ozon in Eisnähe vollkommen aus der Luft verschwinden, wofür Bromoxid verantwortlich gemacht wird. Außerdem fing eine Pollenfalle Pollen ein.
Im biologischen Teil des Arbeitsprogramms wurde Plankton gesammelt, um die Primärproduktion des Ozeans zu bestimmen. Psychrophile Bakterien sind derart an das Leben bei Kälte angepasst, dass es ihnen gelingt, selbst im Eis zu überleben. Wenn möglich, wurden auch Vögel beobachtet, vor allem die vom Aussterben bedrohten Elfenbeinmöwen. In der Nähe von Franz-Josef-Land und Spitzbergen wurden auch Robben und Polarfüchse beobachtet. Außerdem sind die Gesänge und Ultraschall-Klicks von Walen registriert worden.
l
l
Das Projekt wurde von der EU im Rahmen des Programms «Damocles» gefördert. Es war Teil des Internationalen Polarjahrs, das für 2007/2008 ausgerufen worden ist.
Das Schiff gehörte unter dem Namen «Seamaster» dem neuseeländischen Sportsegler Sir Peter Blake, der im Dezember 2001 auf dem Schiff während einer Expedition im Amazonas-Delta von Flusspiraten ermordet wurde.
l
Diese Website benutzt Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis zu ermöglichen. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.